Kein Wahlkampf auf Kosten der innerdeutschen Solidarität
Mitgliederversammlung des West-Ost-Forums für Festhalten am Solidarpakt
Mit der erneut aufgeflammten Diskussion um den Solidarpakt Ost hat sich das West-Ost-Forum Münster auf seiner jüngsten Mitgliederversammlung befasst. Dabei äußerten die Mitglieder ihre Sorge, dass manche Reden und mancher Zungenschlag Ressentiments gegenüber den Menschen in den ostdeutschen Ländern wecken oder fördern würden. „Wir brauchen keine neuen Neiddebatten, sondern die nüchterne Feststellung, dass es die vom Grundgesetz geforderten gleichwertigen Lebensverhältnisse im Verhältnis von Ost- zu Westdeutschland noch immer nicht gibt“, erklärt der Vorsitzende Michael Tillmann. In einer einstimmig verabschiedeten Erklärung äußern die Mitglieder zwar Verständnis für die Finanznöte und Infrastrukturprobleme vieler Ruhrgebietsstädte, sehen das Problem aber eher in einer unangemessenen Lastenverteilung zwischen Land und Kommunen bzw. zwischen den Kommunen in NRW.
„Auch in Wahlkampfzeiten ist es nicht statthaft, Stimmen auf Kosten der Bereitschaft zur innerdeutschen Solidarität gewinnen zu wollen.“, heißt es abschließend in der Erklärung.
Bei den anschließenden Vorstandswahlen wurden Michael Tillmann als Vorsitzender und Heribert Woestmann als sein Stellvertreter in ihrem Amt bestätigt. Dem Vorstand gehören weiterhin Christiane Zinth (Finanzen), Rudolf Gantert (Geschäftsführung) sowie Werner Günther, Elmar Schulz-Vanheyden und Dieter Zaborowski als Beisitzer an.
Forumsabend „Politische Gefangene in der DDR“
Nach Schätzungen des Bundesministeriums für Justiz waren rund 200 000 Menschen in der Deutschen Demokratischen Republik in den Jahren 1949 bis 1989 aus politischen Gründen inhaftiert. Die Opfer der politischen Strafjustiz in der DDR leiden häufig noch heute physisch und psychisch unter den Folgen ihrer Haftzeit. Viele von ihnen sind darüber hinaus voller Enttäuschung und Verbitterung über den Umgang mit ihrem Schicksal im vereinten Deutschland.
Damit beschäftigt sich ein Forumsabend am 26.4.2012, den das Franz-Hitze-Haus in Zusammenarbeit mit dem West-Ost-Forum veranstaltet. Referentin ist Dr. Sibylle Plogstedt, die selbst das Schicksal einer politischen Gefangenen in Prag erlitten hat. (Beginn um 18.30 h, Kardinal von Galen Ring 50).
Weitere Einzelheiten im Programm (pdf)Jahresprogramm des West-Ost-Forums liegt vor
Das Jahresprogramm 2012 des West-Ost-Forums Münster ist jetzt komplett. Wie immer beinhaltet es eine bunte Mischung aus Veranstaltungen unterschiedlichster Art. Höhepunkte sind in diesem Jahr die Studienfahrt nach Potsdam, ein Abend zum Verhältnis der Polen zum wiedervereinigten Deutschland sowie eine Radtour längst der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze. Und auch in diesem Jahr würdigt das West-Ost-Forum wieder die epochale Leipziger Montagsdemonstration vom 9.10.1989 mit einer eigenen Veranstaltung.
ProgrammAusstellung „Die Träume der Generation Mauerfall“ verlängert
Die dokumentarische Ausstellung über Jugendliche in Ostdeutschland von Malte und Urs Spindler, die vom Franz-Hitze-Haus und dem West-Ost-Forum Münster im vergangenen Jahr eröffnet wurde, wird jetzt doch bis zum Frühsommer 2012 zu sehen sein. Sie ist montiert am Zaun einer Baustelle des Franz-Hitze-Hauses, Kardinal von Galen Ring 50 und damit frei zugänglich.